Johannes Steck - Der Magier der Stimmen stellt sich vor
Hallo, ich bin Johannes Steck, der Sprecher der Zwergen-Hörbücher.
Ich möchte euch hier einfach ein wenig erzählen, wie ich auf die Idee kam „Die Zwerge“ auf die Bühne zu bringen.
Schon während der Aufnahmen dachte ich, dass es toll wäre, Musik unter die Geschichte zu legen. Ich war dann ein paar Monate später in Kaltenberg bei den Ritterfestspielen und sah Corvus Corax auf der Bühne - und da hat es klick gemacht.
Diese Typen mit ihrer archaischen Musik, ihrem Auftreten, ihrer Präsenz wären genau das Richtige. Als ich Markus Heitz bei einer Veranstaltung davon erzählte, sagte er, daß er während des Schreibens immer Corvus Corax gehört habe. Er meinte nur, dass die Band nicht zu bezahlen sei und niemals mitmachen würde.
Um einen Kontakt herzustellen, überredete ich eine befreundete Hörbuchproduzentin, eine kleine Reihe von Fantasy-Geschichten mit der Musik von Corvus Corax zu unterlegen. Daraus wurde die „Phantastische Hörbibliothek“, erschienen im Griot Verlag, mit Kurzgeschichten von Bernd Rümmelein. Hervorragend eingebettet von meinem Tontechniker Tom Klenner, der auch bei „Die Zwerge - live“ eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
Ich war begeistert von dem Ergebnis, obwohl wir hier nur schon bestehende Aufnahmen verwendet hatten.
Mich hatte diese Geschichte so gepackt, dass ich nach Berlin flog, um die Jungs kennenzulernen. Wir hatten von Anfang an einen guten Draht zueinander, zumal ihnen auch das Ergebnis der ersten kleinen Zusammenarbeit gefallen hatte.
Wir kamen überein, einen Aufführungsort zu suchen und dann loszulegen. In München, wo ich zuhause bin, sollte es losgehen.
Ich ging einfach ins Theaterzelt Das Schloss und sah mir den Raum an. Er war in meiner Fantasie immer meine erste Wahl gewesen. Karin Greger, die Leiterin begrüßte mich, obwohl wir uns noch nie gesehen hatte, mit Namen und es stellte sich heraus, dass sie ein Riesen-Hörbuch-Fan ist und mich nicht nur aus dem Fernsehen, sondern vor allem als Sprecher kannte.
Ich erzählte ihr von meiner Idee und sie fragte nur noch: wann soll es losgehen und wie viel Vorstellungen wollt ihr machen? Ich war geplättet, hatte ich doch erwartet, dass ich betteln müsste und um irgendwelche Konditionen feilschen müsste. Aber nichts, scheinbar reibungslos ging es los.
Die größte Schwierigkeit war dann erst einmal die Kürzung. Ein solches Werk, das ungekürzt 22 CDs verschlingen würde, auf Bühnenlänge zu bringen, also von rund 25 Stunden auf 2 Stunden zu kürzen, ohne das die Substanz angegriffen wird, erwies sich als problematisch. Dazu kam, mein Regisseur, Lutz Schäfer, zog sich aus gesundheitlichen Gründen von dem Projekt zurück. Ein Schock, waren wir beide doch die Initiatoren der ganzen Sache.
Ich konnte dann als Projektleiter Jimmy Gerum gewinnen, einer meiner besten Freunde und im Hauptberuf Filmproduzent (So weit die Füße tragen) und war dadurch schon etwas entlastet.
So konnte ich mich, nachdem inzwischen auch die Homepage online war, um die kreativen Dinge kümmern. Ich versuchte mich nun selbst an einer Kürzung. Aber auch ich scheiterte. Dann kam Alexander May ins Spiel, als neuer Regisseur und kreatives Herz.
Zusammen gelang uns ein wunderbarer Zugang und auch eine Bearbeitung, mit der wir hochzufrieden nach Berlin reisen konnten.
Nein ist gelogen, wir kürzten noch während der sechsstündigen Zugfahrt. Aber dann waren wir müde und glücklich. In Berlin nahmen wir nun zusammen mit Corvus Corax, die Sprache und dann die Musik auf.
Ich erinnere mich sehr gern an die Woche in dem riesigen Kellerstudio im Herzen von Berlin. Die Band war hier vertreten von den Gründern Norri, Castus, Wim und Teufel.
Alle waren mittlerweile angefixt von der Geschichte und hatten großartige Ideen, wie man mit ihrer Musik die Erzählung unterstützen kann. Einzelne Instrumente wurden bestimmten Figuren oder einzelnen Völkern zugeordnet, eine klangliche und dadurch vollkommen plastische Welt entstand. Uns wurde auch immer klarer was eigentlich auf der Bühne passiert. Ihr müsst keine Angst haben, dass ich da mit Halbbrille sitze und euch gemütlich vorlese, Es geschieht so einiges.
So, an dieser Stelle mache ich Schluss. Ich freue mich, wenn ihr euch an diesem Blog beteiligt, uns befragt oder eure Kommentare abgebt.

Tour?
mich würde auch sehr interessieren, ob dieses Projekt irgendwann noch an anderer Stelle aufgeführt werden würde. Ich selbst wohne in Kaiserslautern und der Weg nach München ist schon sehr weit. Ich denke es würden sich auch viele andere Locations für Auftritte dieser Art bieten und auch hier in Rheinland-Pfalz gäbe es mit Sicherheit einen geeigneten Ort, dieses Spektakel aufzuführen. Meine Frage also: Wird es eine Tour zu "Die Zwerge Live" geben?
Gruß,
Marcel