- Info
AZ
Der Sieg über das Böse | Nadja Mayer
Der Sieg über das Böse
Der Fantasy-Genre ist eine ernsthafte Angelegenheit.
Hier geht es um nichts weniger als den Sieg des Guten über das Böse. Fabelwesen müssen die Welt vor der drohenden Finsternis retten. Ahnherr der Fantasy-Romane ist der Brite J. R. R. Tolkien mit seiner "Herr der Ringe"-Trilogie. Die geistige Abstammung von Tolkien ist auch Markus Heitz' Epos "Die Zwerge" anzumerken.
Zwerge, Trolle, Elben, Orks und Oger müssen ein Schwert schmieden, um das Böse endgültig zu besiegen. Vier Jahre nach Erscheinen des ersten Buches hat Regisseur Alexander May das vierteilige Fantasy-Epos nun als "Event-Lesung" auf die Bühne gebracht. Vermutlich ist es Mays Sinn für Humor zu verdanken, dass er die pathetische Fantasy-Poesie auf den Theater-Teppich runterholt. "Schaut mich an, hier bin ich", ruft da plötzlich der Erzähler am hinteren Ende der Halle. "Und alle Zwerge drehten ihre Köpfe nach ihm um." Was die Zuschauer auch prompt tun - als unfreiwillige Akteure. Der Erzähler Johannes Steck spickt alle Rollen mit einer Prise Ironie. Die (rein männlichen) Mittelalter-Rocker von Corvus Corax spielen bei den Scherzen mit: Wenn sie nicht gerade mit Schalmei, Drehleier oder Dudelsack die Stimmung untermalen oder für Intermezzi sorgen, mimen sie kraftvolle Oger oder weibliche Zwerge.